Rund 50 interessierte Gäste waren gekommen, um diesen außergewöhnlichen Start mitzuerleben.
Was für ein Start in die neue Vortragsreihe des Göppinger Technikforums e.V. am 17. Juni 26 in der Aula des Göppinger Standortes der Hochschule Esslingen! Es waren alle gespannt auf eine junge, sechszehnjährige Schülerin, auf Anthea Hübner, eine Gymnasiastin des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG).
Nach einer Begrüßung durch Joachim-Walter Drews, Vorsitzender des Göppinger Technikforums e.V., mit einem kurzen Rückblick auf die bisherigen Unterstützungen und Veranstaltungen des Vereins im Bereich Technikbegeisterung für Kinder und Jugendliche, übergab er das Rednerpult an Anthea Hübner.

Ihr Vortrag stand unter dem Motto „Robotik – von der Werkbank zur Weltmeisterschaft“ (zur Vortragsunterlage).
Was wird sich wohl dahinter verbergen? Aktuell stand die Fußballweltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kannada an, konnte da eine Weltmeisterschaft der Robotik mithalten?
Anthea Hübner, Teamleiterin des Teams „Robosapiens“, startete mit einer Einführung in die Welt der VEX-Robotec-Welt. Hierbei war das Ziel, einen für 15 Sekunden autonom agierenden und für 1 Minute und 45 Sekunden langen durch Software gesteuerten Roboter an den Start zu bringen und in diesen Zeitvorgaben spezielle Aufgaben auszuführen.
Um einen Roboter zu bauen und an diesen VEX-Wettbewerben teilnehmen zu können, bedarf es des Studiums von 131 Regeln, die Beschaffung von Sponsoren, um spezielle
Baukastensysteme kaufen zu können und natürlich ein Team, welches das Durchhaltevermögen hat, so ein Projekt in ihrer Altersklasse durchzustehen.
Ihr Lehrer, Nick Biermann, konnte Anthea und ihre vier Mitstreiter David Schrag, Leo Hettich, Lars Wilk und Maximilian Kramer dafür begeistern. Sie stellte in ihrem Vortrag die vielen Schwierigkeiten und Rückschläge dar. Mal funktionierte eine Hebe- und Greifeinrichtung nicht, mal gab es Materialausfälle bei Testläufen. Alle Teammitglieder waren oft verzweifelt, ob sie weitermachen sollen. Sie überlegten ihre aktuellen Arbeits- und Vorgehensweisen, erkannten neues Potential, um effektiver zu arbeiten und sich zu ergänzen. Jedes Teammitglied bekam eine spezielle Funktion und Aufgabe zugeteilt. Das Zeitmanagement hielt Einzug bei den jungen Entwicklern.
Mit diesem neuen Schwung gelang es dem Team erfolgreich einen Roboter zu bauen, der den Regeln und den Wettbewerbshärten trotzen konnte.
Über die Deutsche Meisterschaft im Februar in Hamburg konnte man sich in ihrer Altersklasse für die Weltmeisterschaft in St.Louis (USA) im April dieses Jahres qualifizieren. Die Freude war groß. An dem Wettkampf nahmen 800 Teams aus 80 Ländern der Welt und in verschiedenen Altersklassen teil.
Sie mussten schnell erkennen, dass es bereits in ihrer Altersklasse viele „Profis“ gab und eher die Teilnahme als Erfolg zu werten ist. In diesem Zusammenhang appellierte Anthea Hübner an die Zuhörer in der Aula, verstärkt die Jugend und insbesondere auch die Mädchen für Technik frühzeitig zu begeistern.
In einigen Videosequenzen erklärte Anthea Hübner auch den Wettkampfmodus und die Zielsetzung, spezielle Bälle aufzunehmen und in vorgegebene Ablageröhren innerhalb des Spielfeldes zu legen.

Wenn man bedenkt, dass sich auf einem Spielfeld der Größe 3,5 mal 3,5 Meter vier Roboter mit einer Größe von ca. 50x50x50cm bewegen und sich kreuzen, sich behindern und manchmal auch abrupt stehen bleiben, die jungen Techniker an der Bande sich freuen oder auch verzweifeln, dann kann man sich auch in die aktuelle Fußballweltmeisterschaft hineinversetzt fühlen.
Das Team „Robosapiens“ nahm viele Eindrücke und Erfahrungen mit und sie waren als Team stolz darauf, auch einen Sonderpreis erhalten zu haben, indem sie ihren Weg dorthin beschrieben haben.

Anthea Hübner zeigte eindrucksvoll auf, wie man sich als Team nicht entmutigen lässt, um die Ziele zu erreichen, auch wenn man einige Umwege gehen musste. Sie will sich bei den nächsten Wettkämpfen als Betreuerin und Ratgeberin in einer jüngeren Altersklasse engagieren.
Wir als Göppinger Technikforum e.V. wünschen ihr bzw. dem Team „Robosapiens“ weiterhin viel Erfolg, speziell auch zum Abschluss des Abiturs.