Handwerkskunst auf höchstem Niveau: Johannes Öchsle
Der Orgelbau gilt als die „Königsdisziplin“ des Handwerks und die Orgel als Königin der Instrumente. Dieses Handwerk vereint präzise Holz- und Metallverarbeitung mit tiefem musikalischem Verständnis und komplexer Technik.

Dass Johannes Öchsle ein sehr gutes Technikverständnis hat, bewies er bereits sehr früh. Mit einer Abschlussnote von 1,2 in Technik und 1,1 in Mathematik sicherte er sich im Jahr 2018 den Technikpreis des Göppinger Technikforums an der Dr.-Engel-Realschule in Eislingen.
Das musikalische Verständnis wurde ihm bereits von klein auf mitgegeben. Seine Eltern und seine Schwester spielen Klavier und singen im Chor. Sein Bruder spielt zusätzlich noch Saxophon. Johannes war zugleich in der Salcher Kirchengemeinde St. Margaretha engagiert und hat dort und auch anderenorts sowohl evangelische als auch katholische Gottesdienste an der Orgel begleitet.
Der Weg zum Orgelbauer
Zwei Praktika bei der renommierten Werkstätte Orgelbau Scharfe in Ebersbach (https://www.orgelbau-scharfe.de/) haben dann in ihm das Interesse für den Beruf des Orgelbauers entfacht. Er entschloss sich, dort auch die Lehre zu beginnen. Seine Lehrzeit von 3,5 Jahren empfand er als coole Zeit. Auch wenn die Arbeitstage manchmal lang waren – insbesondere auswärts – stand immer das Ergebnis der Arbeit im Vordergrund. Ob der Neubau einer Orgel in Ulm, eine Restaurierung in Kirchheim oder ein Orgelumbau in Isny – ein gutes Gehör und handwerkliches Geschick in Holz- und Metallbearbeitung sind Grundvoraussetzungen für den Orgelbauer.
Dieses Geschick zeigt er auch bei seinem Gesellenstück. Er baute eine kleine Orgel mit 20 Tönen und eigenem Blasebalg. Mit einer Note von 1,3 holte er sich mit diesem technischen Meisterwerk den Kammersieg. Auf Landesebene schnitt er auch als bester seines Fachs ab, so dass für ihn der Weg zum Bundeswettbewerb offenstand. Auch hier überzeugte er die Jury mit einer kleinen Pfeife mit Holzständer und ließ als Bundessieger so seine Konkurrenten hinter sich.
Auszeit nach drei gewonnenen Wettbewerben
Für Johannes war klar, dass er nach der Ausbildung ein Jahr lang unterwegs sein möchte. Das Ziel ist Norwegen. Work & Travel gibt ihm die Möglichkeit, Menschen, Arbeit und Kultur in einem anderen Land kennenzulernen. Ob Johannes wieder in den Orgelbau einsteigen wird, ist noch nicht klar – ein Handwerk muss es aber auf jeden Fall sein!
Bedeutung für das Orgelbauer-Handwerk
Der Sieg von Johannes Öchsle unterstreicht die Bedeutung der dualen Ausbildung in Deutschland. Dass er aus einem Traditionsbetrieb wie Orgelbau Scharfe stammt, zeigt, wie wichtig die Weitergabe von Erfahrungswissen zwischen den Generationen ist. Deutschlands Orgellandschaft ist weltweit einmalig: Orgelbau und Orgelmusik wurden im Dezember 2017 von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt – ein Erfolg wie der von Johannes Öchsle trägt dazu bei, dieses Handwerk lebendig zu halten.


