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Exkursion zu Green Hydrogen Technology (GHT) nach Ebersbach


Kreislaufwirtschaft vor Ort

Am 7. November 2025 besuchten 20 Teilnehmer die Anlage von Green Hydrogen Technology (GHT) auf dem Gelände des Göppinger Entsorgungsunternehmens ETG in Ebersbach/Fils. Die Exkursion knüpfte direkt an den Vortrag „H2-Zukunft Made auf dem Müllplatz in Ebersbach“ an und bot einen tiefen Einblick in ein echtes Leuchtturmprojekt der regionalen Energiewende.

Kernthemen der Besichtigung:

  • Die Motivation: Der Gründer von GHT, Harald Mayer, erzählte eindrucksvoll, warum er sich bereit erklärt hat, diese Idee finanziell zu unterstützen und mit dem Kauf der Patente ins Risiko zu gehen. Ausschlaggebend waren erste erfolgreiche Tests und die Bereitschaft der ETG, in dieses Projekt einzusteigen. Andere, viel größere Player aus der Energiewirtschaft hatten gar kein Interesse bzw. forderten zuerst ein funktionierendes Konzept. 

  • Waste-to-Hydrogen Technologie: Die Teilnehmer erhielten eine detaillierte Erläuterung des patentierten Verfahrens, bei dem nicht-recycelbare Reststoffe (Holz- und Plastikabfälle) bei sehr hohen Temperaturen in einem Flugstromreaktor in klimaneutralen Wasserstoff umgewandelt werden.
  • Kreislaufwirtschaft vor Ort: Es wurde veranschaulicht, wie durch die dezentrale Produktion direkt am Entstehungsort der Abfälle eine geschlossene Wertschöpfungskette entsteht, die aufwendige Transportwege und Emissionen vermeidet. Eingene Schredderanlagen und Silos vor Ort können einen automatischen Dauerbetrieb sicherstellen. Das Ausgangsmaterial hat eine Größe von ca. 1 cm und wird mit 200-400 mbar in die Verbrennung eingeblasen.
  • Wirtschaftlichkeit und Skalierung: Die Verantwortlichen von GHT, der Gründer Harald Mayer und CEO Robert Nave, erklärten die Vorteile ihrer Technologie, die im Vergleich zur herkömmlichen Elektrolyse kostengünstigeren Wasserstoff verspricht (mit einem Zielpreis von ca. 1,50 Euro pro Kilogramm in größeren Anlagen). Die Anlage in Ebersbach kann im ersten Schritt rund 100 Tonnen Wasserstoff pro Jahr liefern und dient als wichtiges Pilotprojekt für die Region Stuttgart.

Die Besichtigung verdeutlichte eindrucksvoll, wie technologische Innovation aus dem Mittelstand maßgeblich zur Versorgungssicherheit und zur Dekarbonisierung beitragen kann, indem sie gleich zwei Herausforderungen löst: Abfallentsorgung und klimaneutrale Energieversorgung.

Wir sagen dem Team um Herrn Mayer und Herrn Nave im Namen des Göppinger Technikforums und aller Teilnehmer vielen Dank für den herzlichen Empfang, die Versorgung und die eindruckvollen Einblicke in diese innovative Technik.

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